Wie können Thüringer im Alltag mehr Kontrolle über ihre digitalen Daten erlangen, etwa beim Online-Banking, in sozialen Medien oder bei der Nutzung öffentlicher digitaler Dienste?
Der erste Schritt, Kontrolle über etwas zu erlangen, ist immer, zu verstehen, was dort überhaupt passiert. Nur dann kann man entscheiden, welche Maßnahmen wirksam sind und welche nicht. Auch wenn das schwerfällt und anstrengend ist, aber an erster Stelle sollte man die Datenschutzerklärung lesen. Dort ist zu finden, was überhaupt mit den Daten geschieht, die man zum Beispiel beim Online-Banking oder in den sozialen Medien über sich preisgibt. Denn die Verarbeitungszwecke müssen in einer Datenschutzerklärung auf jeden Fall benannt werden. Dort steht dann auch, wie lange die Daten gespeichert werden und wer die Daten noch bekommt. Hier sollte sich dann jeder fragen, ob er das wirklich so will. Häufig kann man an den Verarbeitungszwecken nichts ändern, so dass dann als erste Entscheidung steht, ob man einen Online-Dienst nutzen will, oder lieber nicht. Hier ist schon viel Kontrolle gewonnen, da man dann nicht mehr „blind“ jedem Online-Trend hinterherläuft, sondern bewusst und informiert an einem Dienst teilnimmt.
Der zweite Punkt ist, dass man sich mit den Konfigurationsmöglichkeiten des Dienstes beschäftigen
sollte. Gerade bei sozialen Medien kann die Sichtbarkeit eigener Beiträge gesteuert werden, welche anderen Nutzer welche persönliche Information sehen sollten. Die Standardeinstellungen sind meist nicht die Einstellungen, die den größten Schutz bieten, sondern die Einstellungen, welche die größte Reichweite, das heißt Sichtbarkeit, bieten. Und drittens erlangt man Kontrolle, indem man weiß, dass man durch die DS-GVO Rechte zugesprochen bekommt und diese auch nutzen kann. Dies wäre beispielsweise das Recht auf Auskunft, welche Daten über einen überhaupt gespeichert sind, das Recht auf Löschung oder das Recht auf Berichtigung. Auch die Nutzung dieser Rechte geben einer Person Kontrolle über digitale Dienste. Hier kann ich unsere Handreichung zur digitalen Selbstverteidigung empfehlen, nachzulesen.